Förderungs- und Revisionsverband
gemeinwohlorientierter Genossenschaften.

CrowdCoopFunding – the cooperative revolution

von Christian Pomper

 

Die „Crowd“ ist in aller Munde. Ob Crowdfunding, Crowdlending, Crowdinvesting, Crowdsourcing, gelegentlich auch Schwarmfinanzierung. Dabei ist diese Idee eigentlich gar nicht so neu. „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele!“ Davon war schon Hermann Schulze-Delitzsch überzeugt. Die Genossenschaft ist somit eine der ursprünglichsten Formen von Crowdfunding.

Darum stellen wir dem „Crowdfunding“ das „CrowdCoopFunding“ gegenüber und erweitern damit den Begriff um das kooperative bzw. genossenschaftliche Element.

 

Unsere Devise lautet: „Organisiert euch in Genossenschaften!“ Die Zeit ist wieder reif, dass sich Menschen auf ihre eigene Kraft besinnen und die Möglichkeiten der organisierten Selbsthilfe ausschöpfen. Wie in der Gründerzeit der modernen Genossenschaften in der Mitte des 19. Jahrhunderts können wir eigene, demokratisch kontrollierte Organisationen schaffen, die regional arbeiten, für Menschen, die ihre Führungskräfte selbst wählen und denen sie vertrauen können. Dafür ist die Genossenschaft als Rechtsform für einen Wirtschafts- und/oder Sozialverein mit dem Zweck der Mitgliederförderung prädestiniert. In Genossenschaften lässt sich das verbinden, was oft unvereinbar scheint:

 

  • Individualismus, Eigeninteresse und Solidarität, denn Eigeninteresse ist nur zusammen mit anderen zu realisieren;
  • Privateigentum – teils als Individualeigentum, teils als privates Gemeinschaftseigentum;
  • Vorteile des Kleinbetriebs (Ortskenntnis, örtliches Vertrauen, geringe Transaktionskosten) mit den Vorteilen des Großbetriebs (Skaleneffekte, Auslagerung, Aufgabenteilung nach dem Subsidiaritätsprinzip);
  • die Fähigkeit, Betroffene zu Beteiligten zu machen, das heißt die von den Folgen des Wandels Betroffenen an der Lösung der durch den Wandel entstehenden Probleme zu beteiligen;
  • Interessen von Kapitalgebern und Kunden vereinen, da Träger und Nutzer bei Genossenschaften im Prinzip die gleichen Personen sind (Identitätsprinzip).

 

Die Rechtsform der Genossenschaft bietet für die Überbrückung von scheinbaren Gegensätzen sowohl den notwendigen Rechtsrahmen als auch die Erfahrung. Sie kann Impulse für die Entwicklung regionaler Wirtschaftskonzepte geben und bietet uns die Chance eine neue Gründer- und Eigenkapitalkultur zu entwickeln.

 

Frei nach den klassischen Grundsätzen von Schulze-Delitzsch und Raiffeisen wollen wir Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung leben und uns an Taten und nicht an Worte halten! Aus diesem Grund haben wir die „CrowdCoopFunding eG“ gegründet. Diese Genossenschaft hat sich zum Ziel gesetzt eine neue genossenschaftliche Revolution auszulösen und die Rechtsform der Genossenschaft ins 21. Jahrhundert zu katapultieren. Sie soll eine Genossenschaft für Genossenschaften und GenossenschafterInnen sein. Der geplante Internet-Auftritt beinhaltet einen „GründerShop“ mit Basisinfos für interessierte NeugründerInnen. Kern wird der „CoopShop“ sein, ein Marktplatz wo sich Genossenschaften präsentieren und neue Mitglieder werben können. Als zusätzliches Service wird es für Genossenschaften möglich sein, ihr gesetzlich verpflichtendes Mitgliederregister online zu führen. Gleichzeitig können sich potentielle GenossenschafterInnen im Internet über Ihre Genossenschaft in der Region informieren und online Mitglied werden.

 

Damit wir im Herbst online gehen können, brauchen wir euch! Wenn auch du Teil dieses genossenschaftlichen Schwarmes werden willst, dann schreib mir einfach: christian.pomper@diegenossenschaft.info.

 

Viva la cooperación!

Unsere Devise lautet: „Organisiert euch in Genossenschaften!“

 

Christian Pomper ist Vorstandsdirektor und Verbandsanwalt im Österreichischen Genossenschaftsverband (Schulze-Delitzsch)